Analoge Endgeräte
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Einige Fragen zur analogen Telefontechnik sind jetzt noch offen oder nur unzureichend beantwortet. Eine davon ist zum Beispiel, warum man mehrere Geräte an eine TAE-Dose anschließen kann, obwohl doch durch das Einstecken des TAE-Steckers die Verbindung in der Dose zum nächsten Steckplatz für La und Lb unterbrochen wird. Hierauf und auf weitere noch offene Fragen will ich in diesem Abschnitt 5.3 näher eingehen.
Telefone
Entwicklung im Laufe der Zeit
Entwicklung im Laufe der Zeit Zunächst ein paar Worte zur geschichtlichen Entwicklung des Telefons. Fangen wir einmal in der Nachkriegszeit an. Im Jahre 1948 war das Telefonmodell, das in Abbildung 5.25 gezeigt wird, der neuste Schrei.
Abbildung 5.25: W48, der Klassiker (rechts die elfenbeinfarbene Exklusivausgabe)
Der W48 wurde übrigens bereits 1936 von der Firma Siemens entwickelt. Im Jahre 1963 wurde der W48 von diesen grauen, hässlichen Apparaten verdrängt, an die sich die etwas älteren wohl noch erinnern können. Ab 1972 kam dann Farbe ins Spiel. Zwar waren es immer noch die gleichen Apparate, aber jetzt in rot, grün oder orange. Ab 1977 gab es von der damaligen Post dann die ersten Tastentelefone. Ab Mitte der 80er Jahre kamen die ersten Modelle auf den Markt, die von der Form her etwas ansprechender waren. In Abbildung 5.26 wird das Modells DALLAS aus dem Jahre 1985 gezeigt.
Abbildung 5.26: Modell DALLAS
Das DALLAS hatte im Hörer ein beleuchtetes Tastenfeld. Außerdem bot es bereits den Komfort der Wahlwiederholung. Während der Wecker der zuvor genannten Modelle noch mechanisch funktionierte, hatte das DALLAS einen elektronischen Signalgeber. Dies ist wohl auch der Grund für die kleinere Bauform. Die Glocken in den alten Telefonen benötigten eine Menge Platz.
Trotz des Tastenfelds konnte das DALLAS (zumindest das Modell aus dem Jahre 1985) keine Tonwahl. Eine spezielle Elektronik wandelte die Tastatureingaben so um, als hätte man mit der Wählscheibe Impulse erzeugt. Erst seit etwa 1990 werden keine Tastentelefone ohne die Möglichkeit der Tonwahl mehr hergestellt. Die heutigen Telefone für den analogen Anschluss können entweder beide Wahlverfahren oder nur noch Tonwahl.
Durch das Ende des Monopols der Bundespost in Bezug auf die Telefone kamen immer mehr Telefonapparate aus USA und aus Fernost in die deutschen Läden. Dadurch war die Post praktisch gezwungen, mehr Komfort anzubieten. Ein gutes Beispiel für ein komfortables einheimisches Telefon aus dieser Zeit ist das Modell MODULA aus dem Jahre 1990 (Abbildung 5.27).
Abbildung 5.27: Modell MODULA
Das MODULA konnte Tonwahl und Impulswahl. Es hatte einen eingebauten Lautsprecher zum sog. Lauthören und ein zusätzliches Mikrofon zum Freisprechen. Beim Freisprechen braucht man den Hörer zum Telefonieren überhaupt nicht mehr abzuheben. Weiterhin konnte man bis zu 20 Telefonnummern im MODULA speichern und es besaß ein Display zum Anzeigen der gewählten Rufnummer, der Tarifeinheiten und anderer Statusinformationen. Als weitere Leistungen wären zu nennen, dass man die Melodie des Weckers einstellen konnte, dass man den Apparat absperren konnte, dass man eine Nummer als Babyruf programmieren kann usw. Beim Babyruf (auch Direktruf) wählt das Telefon eine zuvor eingegebene Nummer, sobald man den Hörer abhebt und irgendeine Taste drückt. Das kann sogar ein Kleinkind, das vielleicht abends alleine zu Hause ist.
Ebenfalls Anfang der 90er Jahre zogen Funktelefone auf dem Markt ein. Oft werden die Geräte als schnurlose Apparate bezeichnet. (Ich habe zu dieser Terminologie bereits im Abschnitt 5.2 meine Meinung kund getan.) Ein Funktelefon besteht aus einer Basisstation, die mit dem Stromnetz und dem Telefonnetz verbunden wird, und einem Hörer, der mit der Basisstation per Funk kommuniziert. Die Reichweite ist bei allen Modellen in etwa gleich, sie beträgt ca. 50 m in Gebäuden und ca. 300 m im Freien. Bei etwas älteren Geräten funktionierte die Funkübertragung analog. Dies brachte unter Umständen Rauschen mit sich. Heutige Funktelefone verwenden ein digitales Verfahren zur Kommunikation zwischen Hörer und Basisstation. Die digitale Übertragung ist praktisch rauschfrei, sehr gut verständlich und weitgehend abhörsicher. Für Funktelefone und Telefonanlagen mit digitaler Übertragung gibt es einen europäischen Standard, der als DECT (Digital European Cordless Telecommunication) bezeichnet wird.
Dem DECT aufgesetzt ist häufig das Funkprotokoll GAP (Generic Access Profile). Sie finden diese beiden Bezeichnungen bei den Leistungsmerkmalen (z.B. auf der Verpackung) von Funktelefonen.
Wie bei den Funktelefonen, so gibt es auch bei den sog. schnurgebundenen (ich erspare mir einen Kommentar) Modellen technische Neuerungen. Es gibt Telefone mit sprachgesteuerter Menüführung oder Apparate mit Wahlvorbereitung und Korrekturmöglichkeit. Bei der Wahlvorbereitung gibt man die Nummer ein, bevor man den Hörer abhebt. Wenn man sich vertippt hat, kann man dies direkt korrigieren und muss nicht, wie dies früher war, den Wählvorgang abbrechen und erneut von vorne beginnen.
Mit den Telefonen der heutigen Generation können die Leistungsmerkmale des digitalen T-Net wie Rufumleitung, Makeln, Dreierkonferenz usw. auf einfache Weise genutzt werden. Mit Standardtelefonen funktioniert dies mit Hilfe der Hook-Flash-Funktion (Der Begriff wird in Kapitel 15 näher erläutert.) und über spezielle Tastenkombinationen. Etwa seit dem Jahre 2000 gibt es Apparate, die für diese Leistungsmerkmale vorgesehene Tasten oder Menüpunkte besitzen. Dies gab es vorher nur bei ISDN-Telefonen. Neben Rufumleitung, Makeln und Dreierkonferenz kann ein „Rückruf bei Besetzt“ initiiert werden, es kann die Rufnummer (oder sogar der Name) eines Anrufers angezeigt werden, noch bevor man den Hörer abhebt, und vieles mehr.
Mit der neusten Telefongeneration können nun auch SMS-Nachrichten, ähnlich wie bei Handys, von einem „normalen“ Telefonanschluss aus empfangen und weggeschickt werden. Dies ist mit dafür vorgesehenen Telefonen seit 2001 möglich. Auf die genannten Leistungsmerkmale und auch auf SMS im Festnetz werde ich in Teil II dieses Buches noch näher eingehen.
Eingangsschaltung eines Telefons und Funktionen der W- und E-Ader
Vom neuesten Stand der Technik nochmals zurück zu den Apparaten, die eine mechanische Klingel hatten. Eine solche Klingel würde beim Impulswahlverfahren auf die Impulse beim Wählen reagieren, wenn sie nicht während des Wählvorgangs abgeschaltet wäre. Aus dieser Tatsache ergab sich die Notwendigkeit des W-Signals, das benötigt wurde, um einen zusätzlichen Wecker anzuschließen. Auf die Dauer wäre es sicherlich sehr störend gewesen, wenn bei jedem Wählvorgang irgendwo ein relativ lauter Wecker mitgeläutet hätte. Schauen wir uns einmal die Eingangsschaltung eines älteren Telefons an (Abbildung 5.28).
Abbildung 5.28: Eingangsschaltung eines älteren Telefons der Deutschen Post
Im gezeigten Zustand liegt der Hörer auf der Gabel, die beiden Gabelumschalter liegen also auf den unteren Kontakten. Auf Klemme 3 (W-Ader) des TAE-Steckers und somit der TAE-Dose liegt La an. Das W-Signal ist also lediglich La bei aufliegendem Hörer. Weiterhin wird La auf den internen Wecker des Telefons geleitet. Der Rufstrom von der Vermittlungsstelle bringt den Wecker dann zum Läuten. Falls ein externer Wecker an den Klemmen 3 und 2 angeschlossen ist, läutet dieser auch. Sobald man den Hörer abhebt, wird La auf die Fernsprech- und Wähleinrichtung geschaltet. Am W-Anschluss liegt dann nichts mehr an und der interne Wecker des Telefons ist dann nicht mehr am Netz. Dies hört sich nun so an, als würde der Wecker nur deshalb nicht mehr läuten, weil er weggeschaltet wurde. Wenn man jedoch den Wecker nicht vom Netz schalten würde, würde er auch nicht mehr läuten. Der Wecker reagiert auf den Rufstrom, der ja beim Aufbau einer Verbindung von der Vermittlungsstelle ausgeschaltet wird.
Sowohl externe Wecker (diese wurden früher an den Klemmen 3 und 2 der TAE-Dose angeschlossen), als auch der interne Wecker waren weggeschaltet, sobald der Hörer abgenommen wurde. Der einzige Grund, warum man einen zusätzlichen Wecker nicht einfach an La und Lb angeschlossen hat, war, weil mechanische Wecker auf die Impulse des Impulswahlverfahrens reagieren. Beim Wählen der 8 würde dabei der Klöppel des Weckers achtmal gegen die Glocke schlagen. Bastler, die schon mehrere Telefone mit mechanischen Weckern parallel geschaltet haben, kennen dies. Fazit: Dadurch, dass beim Abheben des Hörers der Wecker weggeschaltet wurde, konnte er beim Wählen nicht mitläuten.
Die heutigen elektronischen Wecker läuten beim Wählen mit Impulsen nicht mit und beim Tonwahlverfahren läutet sowieso kein Wecker mehr mit. Die W-Ader ist also überflüssig geworden und wird deshalb, wie bereits erwähnt, von den meisten neueren Telefonen überhaupt nicht mehr zur Verfügung gestellt. Im Hinblick auf die Umrüstung von einem analogen Telefonanschluss auf ISDN ist es dennoch sinnvoll, auf das Thema zusätzliche Wecker noch näher einzugehen. Mehr dazu aber erst im Abschnitt 5.3.2.
Aus Abbildung 5.28 wird auch die Funktion der Erdtaste deutlich. Beim Drücken der Erdtaste (diese ist an heutigen Telefonen nicht mehr vorhanden) wurde La auf Erde geschaltet. Das E-Signal wurde früher bei Telefonanlagen zur Amtsholung benötigt, heute geschieht dies mit einer anderen Technik. Also auch das E-Signal ist heutzutage überflüssig geworden, sofern das Telefon nicht an einer älteren Telefonanlage angeschlossen ist.
Einstellen und Umschalten des Wahlverfahrens
Wahrscheinlich gibt es in Deutschland noch sehr viele Telefone, bei denen das Impulswahlverfahren eingestellt ist. Dies liegt daran, dass bis vor einigen Jahren beim Kauf eines Telefons das Impulswahlverfahren voreingestellt war oder manchmal auch heute noch voreingestellt ist. Das Impulswahlverfahren arbeitet zwar langsamer, aber es wird von jedem analogen Telefonanschluss in Deutschland unterstützt. Stellen Sie sich einmal vor, Sie hätten 1996, als noch nicht alle Vermittlungsstellen digitalisiert waren, ein Telefon gekauft, hätten dies angeschlossen und es wäre beim Wählen keine Verbindung aufgebaut worden. Mit hoher Wahrscheinlichkeit hätten Sie das Telefon als angeblich defekt zurückgebracht und wären nicht auf die Idee kommen, das Wahlverfahren von Tonwahl auf Impulswahl umzustellen. Es machte also bis Ende 1997 schon Sinn, dass das Impulswahlverfahren bei neuen Telefonen voreingestellt war. Wie kann man das Wahlverfahren aber nun umstellen? Zunächst müssen wir hier unterscheiden zwischen:
- Umschalten des Wahlverfahrens
- Einstellen des Wahlverfahrens
Beim Umschalten des Wahlverfahrens wird von einem Wahlverfahren auf das andere umgeschaltet, wobei diese Einstellung nur bis zum nächsten Auflegen des Hörers erhalten bleibt. Dies kann z.B. von Vorteil sein, wenn das Telefon standardmäßig auf Impulswahl stehen soll, weil die hausinterne Telefonanlage das Tonwahlverfahren nicht unterstützt, und man einen Anrufbeantworter per Tonwahl abhören will. Man wählt dann per Impulswahl den Anrufbeantworter an, schaltet während des Gesprächs auf Tonwahl und kann dann so die Steuersignale für den Anrufbeantworter eingeben. Beim nächsten Abheben des Hörers ist dann automatisch wieder das Impulswahlverfahren eingestellt. Wenn das Telefon ein Display hat, wird das eingestellte Wahlverfahren evtl. auch angezeigt. Für Impulswahl steht im Display ein Piktogramm mit Rechteck-Impulsen, für Tonwahl sind es Noten. Dieses temporäre Umschalten des Wahlverfahrens funktioniert bei den meisten Telefonen mit folgender Tastenkombination:
- SET-Taste drücken
- Stern-Taste drücken
- SET-Taste drücken
Sollte dies bei Ihrem Telefon nicht funktionieren, schauen Sie in der Bedienungsanleitung nach.
Beim Einstellen des Wahlverfahrens bleibt die Einstellung erhalten. Falls Ihr Anschluss es erlaubt und falls Ihre Endgeräte dies unterstützen, sollten Sie Ihr(e) Telefon(e), falls noch nicht geschehen, auf Tonwahl umstellen. (Der einzige Grund, warum es der Anschluss nicht erlauben sollte ist der, dass Sie eine alte Telefonanlage betreiben, die keine Tonwahl kann.) Der Verbindungsaufbau funktioniert dann schneller und außerdem können die neuen Leistungen des Telefonnetzes nur per Tonwahl genutzt werden. Wie das Wahlverfahren bei Ihrem Telefon eingestellt wird, entnehmen Sie bitte der Bedienungsanleitung zum jeweiligen Gerät. Ein globale Vorgehensweise gibt es hier nicht. Die entsprechende Prozedur ist meistens auch relativ aufwendig und logisch nicht immer nachvollziehbar. Bewahren Sie deshalb die Bedienungsanleitung zu Ihrem Telefon gut auf. Als Beispiel will ich die Prozedur nennen, mit der man das MODULA dauerhaft von Impulswahl auf Tonwahl umstellen kann:
- SET-Taste drücken
- 1 drücken
- 1590 wählen
- Wahlwiederholungstaste drücken
- 037 wählen
- SET-Taste drücken
Sie stimmen mit sicherlich zu, wenn ich behaupte, dass man dies nicht durch Ausprobieren herausfindet.
Mit dieser Prozedur lassen sich übrigens viele Telefon-Modelle der Telekom (bzw. der damaligen Post) auf Tonwahl umstellen. Sollten Sie zu einem Telekom-Telefon also keine Bedienungsanleitungen besitzen, probieren Sie diese Vorgehensweise mal aus. Falls sie nicht zum Erfolg führt, können Sie im Internet unter www.telekom.de/faq nachschauen. Geben Sie als Suchbegriff den Typ Ihres Telefons ein. Die Bedienungsanleitungen zu den meisten Telekom-Geräten können Sie sich übrigens auch vom Internet-Server der Telekom (www.telekom.de) als PDF-Datei downloaden. Falls Sie keinen Internetanschluss haben, rufen Sie die technische Hotline der Telekom an (01805/1990). Für alle Telefone und andere Geräte, die von Telekom vertrieben werden oder vertrieben wurden, erhalten Sie dort Informationen.
Die Funktion der R-Taste
Neuere Tastentelefonen besitzen eine Taste, auf der ein „R“ für Rückfrage steht (rechte, untere Taste in Abbildung 5.27). Diese R-Taste hieß früher Erdtaste, heute wird sie Rückfragetaste oder auch Signaltaste genannt.
Die R-Taste kommt bei Nebenstellenanlagen oder bei der Nutzung der neuen Leistungen (Anklopfen, Makeln, Dreierkonferenz usw.) mit einem herkömmlichen Telefonanschluss zum Einsatz. Kenntnisse über die Funktion der R-Taste sind also für Sie dann von Bedeutung, wenn Sie Ihr analoges Telefon an einer ISDN-Telefonanlage betreiben möchten oder die neuen Leistungsmerkmale des Telefonnetzes ohne ISDN-Anschluss nutzen wollen.
Die R-Taste kann mit zwei bzw. mit drei verschiedenen Funktionen belegt sein. Bei Impulswahl ist die R-Taste (wie früher) eine Erdtaste. Beim Drücken wird also eine Verbindung zur Klemme 4 der TAE-Dose hergestellt (siehe Abbildung 5.28). Bei Mehrfrequenzwahl kann die R-Taste ebenfalls auf Erde schalten oder es wird beim Drücken ein Flash erzeugt. Was ist denn das jetzt schon wieder? Ein Flash (engl. für Blitz) ist eine kurze Unterbrechung (ca. 80 ms) der Verbindung. Dadurch gibt man einer Telefonanlage bekannt, dass man mit ihr kommunizieren will, z.B. weil man einen Teilnehmer weiterverbinden will oder weil man auf das Amt geschaltet werden möchte um ein Externgespräch zu führen. Der Vorteil dieser Technik ist also, dass man bei Telefonanlagen auf die Installation einer E-Ader verzichten kann. Ein Flash wird von den meisten Geräten als solcher erkannt, wenn die Unterbrechung zwischen 60 ms und 100 ms dauert.
Was macht man, wenn man ein altes Telefon, wie den W48 an einer Telefonanlage betreiben will, für die man z.B. zum Weiterverbinden einen Flash erzeugen muss? Theoretisch könnte man einen Flash manuell erzeugen, indem man für 80 ms den Hörer auflegt. Das schafft man aber nicht, 80 ms sind zu kurz. Aber es gibt eine Möglichkeit, die sehr erfolgversprechend ist: Man wendet den Flash-Trick an. (Vielleicht lasse ich mir diesen Trick und auch den Ausdruck einmal patentieren.) Schauen wir uns dazu nochmals Abbildung 3.1 an. Beim Impulswahlverfahren wird beim Wählen jeder Ziffer doch so etwas ähnliches erzeugt wie ein Flash. Und in der Tat, bei den meisten Telefonanlagen kann man im Impulswahlverfahren einen Flash dadurch erzeugen, dass man die eins wählt. Ich werde auf diesen Flash-Trick im Zusammenhang mit ISDN-Telefonanlagen noch öfter zu sprechen kommen. Er ermöglicht es in den meisten Fällen, viele Leitungsmerkmale einer modernen Telefonanlage mit jedem alten Telefon zu nutzen. Voraussetzung ist lediglich, dass die Telefonanlage das Impulswahlverfahren kann. Ich kann zwar nicht garantieren, dass der Flash-Trick bei allen Telefonanlagen, die Impulswahl können, funktioniert, aber es hat bei allen Anlagen funktioniert, bei denen ich es ausprobiert habe, und das waren schon einige.
Bei elektronischen Telefonen, z.B. dem MODULA, kann man also einstellen, ob die Signaltaste einen Flash erzeugen oder auf Erde schalten soll. Solche Dinge kann man der Bedienungsanleitung zum jeweiligen Telefon entnehmen. Bei der Bedienungsanleitung zu meinem MODULA steht dies im Abschnitt „Einstellen des Wahlverfahrens“. Weiter oben habe ich die Prozedur zum Einstellen des Wahlverfahrens von meinem MODULA beschrieben. Die Kodenummer 037 bedeutet Mehrfrequenzwahlverfahren und Signaltaste mit Flash-Funktion, 036 würde bei Mehrfrequenzwahl die Signaltaste als Erdtaste belegen. Bei Bedienungsanleitungen zu anderen Telefonen habe ich die Beschreibung zur Einstellung der Funktion der R-Taste übrigens auch schon im Abschnitt „Betrieb an einer Telefonanlage“ gesehen.
Bei den meisten „neueren“ Apparaten (ab 1994) kann man die R-Taste auch für die Hook-Flash-Funktion programmieren. Der Hook-Flash (auch langer Flash) wird in Kapitel 15 erklärt.
Zusätzliche Wecker
Einen zusätzlichen Wecker benötigt man unter anderem in Räumen mit größerer Umgebungslautstärke, z.B. in Werkshallen. Gehen wir zunächst von einem mechanischen Wecker aus, der bei Wählen im Impulswahlverfahren mitläuten würde. Ein solcher Wecker wurde an Klemme 3, also an das W-Signal, und an Klemme 2, also an Lb angeschlossen. In der letzten Dose der TAE-Anlage wurde eine Brücke von Klemme 6 auf Klemme 3 gelegt, damit der zusätzliche Wecker auch dann klingelte, wenn kein Telefon angeschlossen war.
Abbildung 5.29: TAE-Anlage mit angeschlossener W-Ader und zusätzlichem Wecker
Wie bereits erwähnt, wurde der ganze Aufwand mit dem W-Signal nur getrieben, weil ein mechanischer Wecker beim Wählen im Impulswahlverfahren mitgeläutet hat. Heute sind die (zusätzlichen) Wecker von elektronischer Art und das Impulswahlverfahren wurde durch das Tonwahlverfahren ersetzt. Die Verwendung einer W-Ader ist unnötig geworden. Importtelefone und auch die meisten neueren Telefone der Telekom stellen das W-Signal überhaupt nicht mehr zur Verfügung. Wenn Sie ein neues Telefon an der in Abbildung 5.29 gezeigten Anlage betreiben, funktioniert der zusätzliche Wecker überhaupt nicht. Warum beschreibe ich dann diese Technik? Nun, ich wollte auf die gezeigte Installation eingehen, weil es in Deutschland noch viele Anlagen gibt, bei denen die TAE-Dosen genau so angeschlossen sind. Fernmeldetechniker haben TAE-Anlagen früher standardmäßig so installiert, auch wenn kein zusätzlicher Wecker montiert wurde.
Heute wird ein zusätzlicher Wecker einfach parallel zum Telefon geschaltet. Bei der Plug&Play-Variante wird der Wecker mit einer mitgelieferten Anschlussleitung in eine N-kodierte Buchse einer TAE-Dose gesteckt. La und Lb werden dabei durch den Wecker durchgeschleift und zu den Klemmen 5 und 6 des N-kodierten Steckplatzes der TAE-Dose zurückgeführt, so dass sie für ein nachfolgendes Telefon zur Verfügung stehen. Bei der Klemmenmontage wird der Wecker einfach mit La und Lb verbunden (Abbildung 5.30).
Abbildung 5.30: Zusätzlicher elektronischer Wecker
Was hat das alles mit ISDN zu tun?
- Zusätzliche Wecker können Sie auch an einem analogen Port einer ISDN-Telefonanlage anschließen.
- Falls bei Ihrem analogen Anschluss an den TAE-Dosen eine Ader auf Klemme 3 aufgelegt ist, wissen Sie jetzt, dass diese nicht mehr benötigt wird.
- Falls eine Ader auf Klemme 4 der TAE-Anlage aufgelegt wurde, ist diese mit Erde verbunden. Das E-Signal wurde früher nur von Umschaltern oder Telefonanlagen verwendet. Auch diese Ader wird nicht mehr benötigt.
Gerade die letzten beiden Aussagen können beim Umstieg auf ISDN sehr nützlich sein. Von der vieradrigen Telefonleitung sind dann nämlich zwei Adern frei, die man zum Anschließen von analogen Geräten an eine ISDN-Telefonanlage benutzen kann. Dies erspart unter Umständen aufwendige Installationen von Telefonleitungen. Ich werde in Kapitel 14 ein Beispiel zeigen, bei dem „alte“ Leitungen verwendet werden.
Faxgeräte
Einige Grundlagen über das Faxen selbst habe ich ja bereits in Kapitel 2 erläutert. Nun möchte ich das Gerät zum Faxen und dessen Anschluss vorstellen.
Abbildung 5.31: Typisches Faxgerät
Drucktechnik
Herkömmliche Faxgeräte benutzen für den Ausdruck Thermopapier auf Rollen. Diese Technik hat gewisse Vorteile: Zum ersten benötigt man zum Drucken lediglich eine Wärmequelle und keine Tinte, kein Farbband, kein Toner oder ähnliches. Dadurch kommt man mit sehr wenig Platz aus, Faxgeräte mit Thermopapier können also in sehr kleinen Gehäusen untergebracht werden. Außerdem entstehen, außer für das Thermopapier, keinerlei laufende Kosten. Ein wesentlicher Nachteil dieser Technik ist, dass spätestens nach zwei bis drei Jahren der Ausdruck auf dem Thermopapier so verblasst ist, dass man nichts mehr lesen kann. Wenn man an Dokumente denkt, die längere Zeit aufbewahrt werden müssen, wird dieser Nachteil deutlich. Neuere Geräte in gehobener Preisklasse drucken deshalb auf „echtes“ Papier. Die Drucktechnik solcher Faxgeräte entspricht der eines Fotokopierers oder eines Laserdruckers. Die Geräte sind entsprechend größer als Thermopapier-Faxgeräte.
Eingangsschaltung von Faxgeräten
Ein Faxgerät ist an einem analogen Telefonanschluss häufig einem Telefon an der gleichen TAE-Dose vorgeschaltet. Hier stellt sich nun die Frage, warum beide Geräte an einer Dose betrieben werden können. Zur Erklärung wird dies zunächst einmal grafisch dargestellt (Abbildung 5.32).
Abbildung 5.32: TAE-NF-Dose mit zwei Endgeräten und Dosenschaltung
Aus der Beschaltung der Dose erkennt man, dass beim Einstecken des TAE-N-Steckers des Faxgeräts, La und Lb in der Dose nicht mehr an den F-Anschluss geschaltet sind. Das würde bedeuten, dass das Telefon nicht am Netz „hängt“. Diese Schaltung ist jedoch von der Telekom für Faxgerät und Telefon vorgesehen. La und Lb müssen somit vom Faxgerät, wenn dieses nicht online ist, wieder zur TAE-Dose zurückgeleitet werden. Damit dies geschieht, muss ein Faxgerät eine Eingangsschaltung haben, wie sie in Abbildung 5.33 dargestellt wird. Weiterhin muss natürlich die Belegung der Anschlussleitung stimmen.
Abbildung 5.33: Eingangsschaltung eines Faxgeräts
Solange das Faxgerät nicht online ist, werden La und Lb über die gezeigten Schalter auf die Kontakte 5 und 6 des TAE-Steckers und somit zurück zur TAE-Dose geleitet. Beim Abheben des Hörers am Telefon merkt man eigentlich gar nicht, dass hier noch ein Gerät vorgeschaltet ist. Wenn das Faxgerät die Leitung übernimmt, z.B. weil man diesem einen Faxauftrag gegeben hat, werden La und Lb auf den Übertrager des Faxgeräts geschaltet und das Telefon dahinter ist „tot“. Man kann also ein Faxgerät und ein Telefon an der gleichen Leitung betreiben. Das Telefon ist nur in der Zeit „stillgelegt“, in der das Faxgerät online ist, mit anderen Worten, wenn es die Leitung übernommen hat.
Die meisten N-kodierten Geräte besitzen eine zumindest ähnliche Eingangsschaltung, wie sie in Abbildung 5.33 dargestellt ist.
Faxgeräte ohne eigene Wähleinrichtung
Bei älteren Faxgeräten war bzw. ist es nötig, dass man zum Faxgerät ein Telefon angeschlossen hat. Alte Geräte haben nämlich keine eigene Wähleinrichtung. Das bedeutet für das Versenden einer Telefaxnachricht, dass man zunächst durch Wählen am Telefon die Verbindung zu einem anderen Faxgerät herstellen muss. Das Faxgerät „auf der anderen Seite“ gibt sich dann mit einem sehr schrillen Ton zu erkennen. Sobald man diesen Ton hört, muss man am eigenen Faxgerät den Startknopf drücken. Das Gerät übernimmt dann die Leitung und die Faxübertragung beginnt.
Faxen während eines Telefongesprächs
Die Anwahl des fremden Anschlusses mit dem Telefon funktioniert natürlich auch bei neuen Faxgeräten mit eigener Wähleinrichtung. Sobald man den Startknopf drückt, übernimmt das Faxgerät die Leitung. Ob es dabei auf Senden oder auf Empfang gehen soll erkennt das Geräte daran, ob ein Original im Schacht liegt oder nicht. Wenn kein Blatt eingelegt ist, geht das Gerät auf Empfang. Ich will jetzt erläutern, wie man während eines Gesprächs ein Fax verschicken und nach der Faxübertragung weitertelefonieren kann, ohne dabei die Verbindung zu unterbrechen. Wir gehen davon aus, dass beide Teilnehmer, die miteinander telefonieren, auch ein Faxgerät an der gleichen Leitung betreiben, oder ein kombiniertes Fax-Telefon haben. Während des Gesprächs soll jetzt ein Fax vom Teilnehmer A zum Teilnehmer B verschickt werden. Beide sind also telefonisch miteinander verbunden. Teilnehmer A legt das Original in sein Faxgerät und meldet bereit. Teilnehmer B drückt bei seinem Faxgerät auf den Startknopf. Da beim Teilnehmer B kein Original im Faxgerät liegt, weiß dieses, dass es ein Fax empfangen soll. Sofort nach Drücken des Startknopfes ist das Telefon von Teilnehmer B „tot“ und Teilnehmer A hört das berühmte schrille Pfeifen. Teilnehmer A drückt sodann auch den Startknopf seines Faxgeräts. Hier liegt ein Original im Gerät, woraus das Gerät erkennt, dass es ein Fax senden soll. Nach dem Drücken des Startkopfes ist auch das Telefon von Teilnehmer A vom Netz getrennt und die beiden Faxgeräte kommunizieren miteinander. Nach der Faxübertragung legen beide Faxgeräte wieder auf, was bedeutet, dass die Leitung auf beiden Seiten wieder auf die Telefone geschaltet wird. Wenn nun während der Faxübertragung keiner der beiden Teilnehmer den Hörer aufgelegt hat, können sie nach der Faxübertragung einfach weitertelefonieren, sozusagen, als wäre nichts gewesen.
Faxabruf
Die meisten Faxgeräte unterstützen einen Faxabruf, auch wenn dies nicht explizit in der Bedienungsanleitung des Faxgeräts erwähnt ist. Faxabruf bedeutet, dass man sich ein Fax bei einem anderen Gerät abholt. Viele Firmen betreiben mit einem Faxabrufgerät einen Informationsservice, der für die Firmen selbst keine laufenden Kosten verursacht. Wenn kein Blatt im Schacht liegt und man lässt das Faxgerät die Nummer eines Faxabrufgeräts wählen, bekommt man ein Fax, obwohl man derjenige war, der die Verbindung aufgebaut hat.
Faxgeräte an Telefonanlagen
Wenn Sie Ihr Faxgerät bisher an einem Hauptanschluss betrieben haben und dann an eine Nebenstelle einer Telefonanlage anschließen, kann es zu Problemen beim Versenden von Faxnachrichten kommen.
Faxgeräte sind im Auslieferungszustand meist für einen Hauptanschluss programmiert. Dies ist nicht verwunderlich, denn noch vor ein paar Jahren war es üblich, für den Faxanschluss eine eigene Leitung zu haben. Die meisten Faxgeräte haben eine Wähltonerkennung eingebaut. Diese Geräte wählen also erst dann, wenn sie einen Wählton von der Vermittlungsstelle bekommen. Bei einer Telefonanlage bekommt das Faxgerät aber keinen Wählton, wenn es an die Leitung geht. Fazit: Das Gerät meldet eine besetzte Leitung oder so etwas ähnliches und wählt deshalb nicht. Dieses Problem gibt es auch im Zusammenhang mit Modem- und Faxsoftware. Bei Software muss man dem Programm bekannt geben, dass es sich um einen Nebenstellenanschluss handelt. Danach hat man keine Probleme mehr. Wenn man dies dem Faxgerät bekannt gibt, wird man auch keine Probleme mehr haben. Bei Faxgeräten gestaltet sich die Programmierung in vielen Fällen jedoch schwieriger als bei PC-Software. Nicht etwa weil dies sehr kompliziert wäre, sondern weil in der Bedienungsanleitung älterer Faxgeräte oft nicht angegeben ist, wie man die Wähltonerkennung abschaltet. Diese Programmieranweisungen hat der Service-Techniker von der Firma, die solche Faxgeräte vertreibt. Dieser rückt die Anweisung häufig nicht raus, weil er ja schließlich Geld verdienen will. Meine Erfahrung zeigt, dass Hartnäckigkeit hier oft weiterhilft. Mir sind einige Fälle bekannt, bei denen die Kunden nach einigem hin und her die Programmieranweisung zum Konfigurieren des Faxgeräts für einen Nebenstellenanschluss vom Service-Techniker zugefaxt4 bekamen. Obwohl die Techniker die Unterlagen gefaxt haben, waren sie der Meinung, dass man die Programmierung nicht selbst vornehmen könne, weil es zu kompliziert sei. Alle mir bekannten Personen, die dies selbst versucht haben, haben es jedoch hinbekommen. Manchmal mit Hilfe von Freunden, aber dies ist meistens günstiger als den Techniker zu rufen. (Es kommt darauf an, wie viel Durst die Freunde haben. ☺)
Ganz unrecht haben die Service-Techniker aber nicht, denn aus der Sicht eines absoluten Laien sehen die Programmieranweisungen, vor allem von älteren Faxgeräte, häufig kompliziert aus. Falls Sie dieses Buch bis hier hin aufmerksam gelesen haben, dürfte Ihnen die Programmierung Ihres Faxgeräts aber keine Schwierigkeiten bereiten. Bei meinem Faxgerät musste ich zum Konfigurieren das Gehäuse öffnen und einen Jumper5 umstecken. Anschließend musste ich die Einstellungen für den Betrieb an einer Telefonanlage und auch für das Wahlverfahren (bei dieser Gelegenheit habe ich das Faxgerät auch gerade von Impulswahl auf Tonwahl umgestellt) nach Vorlagen im Binärcode (nur Nullen und Einsen) eingeben. Dies ist wahrscheinlich einer der kompliziertesten Fälle, aber auch dies bekämen Sie ohne Probleme hin. Ich hab’s ja auch gekonnt. Schwierig erscheint dies nur, wenn man überhaupt nicht weiß, was eine Wähltonerkennung ist und wenn man mit den Ausdrücken Flash, Mehrfrequenzwahlverfahren usw. nichts anfangen kann.
Neuere Faxgeräte lassen sich über ein Menüsystem konfigurieren. Das Umstellen auf Mehrfrequenzwahl oder auf den Betrieb an einer Telefonanlage gestaltet sich bei diesen Geräten relativ einfach und übersichtlich.
Eventuelle Probleme mit dem Umprogrammieren des Faxgeräts beim Anschluss an eine Telefonanlage kann man umgehen, wenn die Telefonanlage für eine spontane Amtsholung programmiert werden kann. Ich werde in Kapitel 14 näher hierauf eingehen.
Modems
MODEM ist ein Kunstwort, zusammengesetzt aus MOdulator und DEModulator. Ich will auf die Bedeutung dieser Worte an dieser Stelle nicht näher eingehen. Das erfolgt in Kapitel 21.
Modems sind Geräte, die Computerdaten so umformen, dass diese über das Telefonnetz übertragen werden können. Modems werden nur bei einem herkömmlichen Telefonanschluss verwendet. Bei einem ISDN-Anschluss spricht man von ISDN-Karten, wenn diese in den Rechner eingebaut werden, und von externen Adaptern, wenn sie mit einer Schnittstelle des Rechnern verbunden werden.
Im eigentlichen Sinne sind Modems keine Endgeräte (so ist der Abschnitt 5.3 überschrieben), weil nach ihnen ja noch der Rechner kommt. Ich behandele jedoch das Gerät Modem in diesem Abschnitt zusammen mit den anderen Kommunikationsgeräten.
Externe Modems
Externe Modems sind eigenständige Geräte und benötigen deshalb eine eigene Spannungsversorgung. Die Geräte werden über ein sog. Modemkabel an die serielle Schnittstelle des Rechners angeschlossen.
Abbildung 5.34: Externes Modem
Interne Modems (Modemkarten)
Interne Modems nennt man auch Modemkarten, sie werden in den Rechner eingebaut. Die Betriebsspannung bekommt die Modemkarte vom Rechner. Für die Betrachtungen bezüglich des Anschlusses an das Telefonnetz spielt es keine Rolle, ob es sich um ein internes Modem, also um eine Modemkarte handelt, oder um ein externes Modem. In den Grafiken, die weiter unten folgen, werden die Installationspläne zur besseren Übersicht am Beispiel eines externen Modems gezeigt.
Eingangsschaltung von Modems
Die Eingangsschaltung am Telefonnetzanschluss sollte bei einem Modem einer deutschen Firma identisch sein mit der weiter oben gezeigten Eingangsschaltung von Faxgeräten (Abbildung 5.33). Ein Modem kann einem Telefon also vorgeschaltet werden. Warum auch soll man den Modemanschluss nicht zwischendurch zum Telefonieren nutzen? Außerdem kann man ein Modem auch als „Wählmaschine“ einsetzen. Mit anderen Worten, man lässt das Modem eine im Rechner gespeicherte Nummer wählen und übernimmt die Leitung, sobald die Verbindung aufgebaut ist.
Anschluss eines Modems an das Telefonnetz
Wenn die Eingangsschaltung eines Modems identisch ist mit der eines Faxgeräts, wird man ein Modem auch genauso anschließen wie ein Faxgerät (Abbildung 5.33).
Abbildung 5.35: Installationsplan für Modem und Telefon an einer TAE-NFN-Dose
Sie haben Ihr Modem an einer N-kodierten Buchse angeschlossen und das Telefon an einer F-kodierten und Sie erhalten beim Abheben des Hörers keinen Wählton? Da sind Sie nicht der Einzige.
Die Eingangsschaltung vieler Modems (speziell bei Importgeräten) ist nicht so ausgelegt, wie es in Abbildung 5.33 für Faxgeräte gezeigt ist, wie sie also laut Telekom sein sollte. Dies führt dann zu alternativen Installationstechniken. Übrigens hat das nichts damit zu tun, ob ein Modem eine BZT-Nummer hat.
Wir kriegen die Sache mit gleichzeitigen Betreiben von Modem und Telefon aber hin, vorausgesetzt, Ihr Modem (bzw. Ihre Modemkarte) hat zwei Western-Anschlüsse. In diesem Fall werden nämlich La und Lb, wenn das Modem nicht online ist, statt zur TAE-Dose, auf den zweiten Western-Anschluss geschaltet. Das Telefon wird dann so am Modem selbst angeschlossen, wie es in Abbildung 5.36 dargestellt ist.
Abbildung 5.36: Alternativer Installationsplan für Modem und Telefon
Wenn die beiden Anschlussleitungen richtig belegt sind, sollte dies funktionieren. In Abbildung 5.36 wurde für das Telefon eine Anschlussleitung mit zwei Western-Steckern verwendet. Sollte das Telefon einen TAE-Anschlussstecker haben, kann man sich einen Adapter Western-Stecker auf TAE-Dose selbst bauen. Man nimmt dazu eine Leitung, die an einem Ende bereits einen Western-Stecker hat. Dieser wird dann am Modem eingesteckt. Auf der anderen Seite schließt man die Adern an den Klemmen 1 und 2 einer TAE-Dose an. Hierbei ist natürlich noch die Frage der Anschlussbelegung des Western-Steckers am Modem zu klären. Bei einem Importgerät kann man aber eigentlich davon ausgehen, dass die für das Telefon benötigten Signale beim Western-Anschluss des Modems auf den mittleren Kontakten liegen. Eine weitere Möglichkeit, die ich als sehr elegant erachte, ist in Abbildung 5.36 rechts dargestellt. Allerdings gibt es eine solche Anschlussleitung meines Wissens nach nicht zu kaufen. Also wieder ein Tipp für Bastler: An beiden Western-Stecker sind in der Regel die mittleren Kontakte belegt.
Die beiden Adern für den linken Western-Stecker (line) werden mit den Kontakten 1 und 2 des TAE-N-Steckers verbunden und die Adern des rechten Western-Steckers (phone) mit den Klemmen 6 und 5 des TAE-N-Steckers. Damit erreicht man praktisch den gleichen Effekt wie mit der Eingangsschaltung des Faxgeräts (vgl. Abbildung 5.33), nämlich dass die Signale a und b wieder zur TAE-Dose zurückgeführt werden, wenn das Modem nicht online ist. TAE-Stecker zur Fertigung von individuellen Anschlussleitungen gibt es im Fachhandel zu kaufen. Man benötigt dazu allerdings einen Lötkolben.
Anrufbeantworter
Ein Anrufbeantworter wird einfach an eine N-kodierte Buchse einer TAE-Dose angeschlossen. Die Eingangsschaltung von Anrufbeantwortern gleicht der eines Faxgeräts (siehe Abbildung 5.33), d.h. wenn der Anrufbeantworter rangeht, ist das Telefon zunächst einmal „tot“. Nun will man das ja aber so haben, dass man das Gespräch übernehmen kann, wenn der Anrufbeantworter läuft. Ich will ja niemandem unterstellen, er würde erst ans Telefon gehen, wenn man über den Lautsprecher des Anrufbeantworters hört, wer dran ist. Deshalb gehen wir einmal davon aus, dass man aus irgendwelchen Gründen indisponiert ist, während das Telefon klingelt. Der Anrufbeantworter geht ran und man will, während dieser seine Ansage abspielt oder der andere Teilnehmer seinen Spruch aufsagt, nun das Gespräch übernehmen. Nach der Schaltung, wie sie beim Faxgerät dargestellt ist, wäre das Telefon jedoch nicht am Netz, weil die Schalter auf den Übertrager umgeschaltet haben. Dies ist eigentlich auch so. Glücklicherweise überprüft aber ein Anrufbeantworter ständig, ob der Hörer des Telefons noch aufliegt. Sobald der Anrufbeantworter feststellt, dass der Hörer abgenommen wurde,6 schaltet er sofort La und Lb wieder zurück zur TAE-Dose und das Telefon ist wieder am Netz. Der Anrufbeantworter schaltet ab und man hat den anderen Teilnehmer an der Strippe.
Für den Fall, dass das Telefon nach dem Einstecken der Anschlussleitung des Anrufbeantworters in die TAE-Dose „tot“ ist, besorgen Sie sich für den Anrufbeantworter eine Anschlussleitung, wie es in Abbildung 5.22 dargestellt ist. Damit sollte es funktionieren, vorausgesetzt La und Lb liegen bei der Western-Buchse des Anrufbeantworters auf den mittleren Kontakten.
Einheitenzähler
Ich behandele Einheitenzähler hier auch im Hinblick auf ISDN. Eventuell wollen Sie ja ein analoges Telefon an einer ISDN-Telefonanlage betreiben und wollen die Verbindungskosten des laufenden Gesprächs im Display angezeigt bekommen, wie Sie es vom bisherigen analogen Anschluss her gewohnt sind. Die Kenntnisse über die hier erwähnten Zählimpulse werden Ihnen dann zugute kommen.
Einheitenzähler sind heute oft in Telefonen integriert (siehe Modell MODULA). Die Funktionsweise eines solchen Einheitenzählers will ich hier jedoch an Hand eines externen Geräts erklären. Dabei kann ich auch noch auf das Anschießen eines externen Einheitenzählers eingehen.
Externe Einheitenzähler
Da es sich hier um ein Nicht-Telefon handelt, hat ein externer Einheitenzähler einen N-kodierten TAE-Stecker. Hier werden La und Lb einfach nur durch den Einheitenzähler durchgeschleift und wieder zu den Kontakten 5 und 6 der TAE-Dose zurückgeführt. Es gibt also keine solchen Schalter wie beim Faxgerät, beim Modem oder beim Anrufbeantworter (vgl. Abbildung 5.33). Wenn’s diese Schalter nicht gibt, gibt’s auch keine Probleme. Das Einstecken eines externen Einheitenzählers wird die Funktionalität eines dahinter angeschlossenen Telefons nicht beeinflussen.
Zählimpulse
Die Übermittlung der Tarifeinheiten geschieht bei einem analogen Telefonanschluss mit Hilfe von kurzen 16 kHz-Impulsen. 16 kHz, also 16.000 Hz, liegt noch im Bereich der Frequenzen, die vom Mensch gehört werden können. In der Tat kann man diese Impulse auch wirklich hören, allerdings nur bei Importtelefonen. Bei Telefonen der Telekom wird dieser Impuls vor dem Lautsprecher herausgefiltert. Die Zählimpulse werden vom Einheitenzähler ausgewertet und die Anzahl der Einheiten und/oder der Geldbetrag wird während des Gesprächs auf dem Display angezeigt. Nach Wunsch kann auch die Summe der Einheiten aller bisher geführten Gespräche (seit dem letzten Zurücksetzen des Geräts) angezeigt werden.
Anmerkung: Falls Sie ein Tarifmodell vereinbart haben, bei dem Ihre Telefongespräche minutengenau abgerechnet werden, zeigt Ihnen der Einheitenzähler nicht den Geldbetrag an, den Sie wirklich für ein Gespräch zahlen müssen. Dies liegt daran, dass sowohl der Einheitenzähler, als auch das System mit den Zählimpulsen auf Tarifeinheiten basieren (z.B. alle 90 Sekunden eine Einheit) und nicht auf minutengenaue Abrechnung.
Ihr Einheitenzähler zählt nicht?
Ganz egal ob es sich um einen Einheitenzähler handelt, der in einem Telefon integriert ist oder um einen externen Einheitenzähler, beide können natürlich nur dann etwas zählen, wenn es etwas zum Zählen gibt. Die Übermittlung von Zählimpulsen ist nicht im Grundpreis für einen Telefonanschluss enthalten. Mit anderen Worten, wenn man beim Telefonantrag nicht ausdrücklich die Übermittlung von Zählimpulsen beantragt hat, wird der Einheitenzähler auch nichts zu zählen haben. Die Übermittlung von Zählimpulsen kann natürlich auch jederzeit nachträglich beantragt werden.
Nummernanzeiger
Seit der Digitalisierung der Vermittlungsstellen ist es möglich, die Nummer eines Anrufers (oder unter Umständen auch dessen Name) auf dem Display des Telefons des Angerufenen anzuzeigen, noch bevor dieser den Anruf annimmt. Bei ISDN ist das Standard. Seit Anfang 1998 ist dies aber auch mit einem herkömmlichen analogen Telefonanschluss möglich, wenn das Leistungsmerkmal „Anzeigen der Rufnummer des Anrufenden“ freigeschaltet ist. Man benötigt dazu entweder ein sog. CLIP-fähiges Telefon oder einen Nummernanzeiger. Das Gerät wird auch Caller ID-Box genannt.
Ein Nummernanzeiger kostet etwa 20 € und ist im Elektronikfachhandel (z.B. Conrad Elektronik) oder im T-Punkt erhältlich. Das Gerät ist etwa so groß wie eine Zigarettenschachtel und besitzt einen N-kodierten TAE-Stecker zum Anschluss an das Telefonnetz. Die Installation ist also trivial.
Abbildung 5.37: Nummernanzeiger (Caller ID-Box)
Die in Abbildung 5.37 dargestellte Caller ID-Box zeigt im Ruhezustand das aktuelle Datum und die Uhrzeit an. Bei einem ankommenden Anruf wird im Display die Rufnummer des Anrufers angezeigt, vorausgesetzt natürlich, dass diese auch übermittelt wird. Das Gerät verfügt außerdem über eine Anrufliste. In dieser Anrufliste werden von den letzten zehn Anrufen die Rufnummern, das dazugehörige Datum und die jeweilige Uhrzeit angezeigt. Bei abgehenden Verbindungen werden, falls die Zählimpulse von der Vermittlungsstelle übermittelt werden, die Einheiten für das Gespräch angezeigt. Die Box besitzt also auch einen integrierten Einheitenzähler.
An dieser Stelle noch ein Hinweis zum Anzeigen der Rufnummer bei einem analogen Telefonanschluss: Die Rufnummer des Anrufers wird zwischen dem ersten und dem zweiten Klingelton von der Vermittlungsstelle zum Angerufenen übertragen. Geräte wie Automatische Mehrfachschalter (AMS), Faxumschalter oder Telefonanlagen leiten das Rufsignal der Vermittlungsstelle aber nicht einfach an die angeschlossenen Endgeräte weiter. Speziell Faxumschalter müssen den Anruf zunächst annehmen um zu erkennen, ob es sich um einen Faxanruf oder um einen „normalen“ Telefonanruf handelt. Erst dann läuten die angeschlossenen Telefone aufgrund eines Rufsignals, das vom Faxumschalter erzeugt wird. Dieses Rufsignal vom Faxumschalter enthält nun aber in der Regel (vor allem bei etwas älteren Geräten) nicht mehr die Information bezüglich der Rufnummer des Anrufers. Somit kann eine Rufnummernanzeige nach einem Faxumschalter nicht funktionieren. Das Gleiche gilt für normale Umschalter (AMS), Telefonanlagen und Kombi-Geräte mit integriertem Faxumschalter. Auch bei diesen Geräten wird ein eigenes Rufsignal zu den Endgeräten gesendet, das die aufmodulierte Rufnummer des Anrufers nicht enthält. Dies gilt, wie bereits erwähnt, vor allem bei älteren Modellen.
Kombi-Geräte
Unter einem Kombi-Gerät (auch Multifunktionsgerät oder einfach Multi-Gerät) versteht man ein Endgerät, das aus mehreren Apparaten besteht. Das einfachste Beispiel ist eine Telefon mit Einheitenzähler. Hier haben wir eigentlich ja schon zwei Geräte in einem. Uns interessieren hier natürlich Geräte wie z.B. ein kombiniertes Telefon-Faxgerät (Abbildung 5.38).
Abbildung 5.38: Kombi-Gerät, hier Telefon mit integriertem Fax
Es gibt auch Fax, Anrufbeantworter und Telefon in einem Gerät. Statt drei Geräte hat man also nur noch ein Gerät herumstehen. Für Firmen sind solche Geräte unter Umständen keine gute Wahl. Das Faxgerät besitzt meistens keine eigene Schneidevorrichtung für das Papier, d.h. man muss nach jedem Fax das Blatt selbst abreißen. Oft kann man auch nur sehr kleine Faxpapierrollen benutzen. Außerdem hat man einen Ausfall von gleich drei Geräten, wenn dieses eine Gerät defekt ist.
Für den privaten Gebrauch sind solche Geräte gut geeignet und auch nicht zu teuer. Ein wesentlicher Vorteil, speziell was den Empfang von Faxen angeht, ist der, dass das Gerät automatisch den Anruf auf das richtige Endgerät leitet. Kommt also ein Fax rein, wird die Faxeinheit aktiviert, bei einem Telefonanruf klingelt zunächst das Telefon und nach einer voreingestellten Zeit übernimmt der Anrufbeantworter. Man benötigt also keine zwei Telefonnummern zum Betreiben von Fax und anderen Endgeräten. Auf die Frage, woher das Gerät weiß, dass es sich um einen Faxanruf handelt, werde ich im Abschnitt 5.6 näher eingehen.
Der Überhammer sind Multifunktionsgeräte für den PC. Wegen der großen Ähnlichkeit von Faxgerät, Laserdrucker, Kopierer und Scanner hat man heute schon diese vier Geräte in einem verwirklicht. Sowohl beim Kopieren, als auch beim Ausdruck von Faxen oder von Dokumenten aus dem Rechner wird die gleiche Druckeinheit aktiviert, die natürlich auf echtes Papier druckt. Die Erweiterung dieses Geräts mit integriertem Anrufbeantworter gibt es auch schon. Ein solches Multifunktionsgerät wird an das Telefonnetz und an den PC angeschlossen. Es stellt, zusammen mit einem Telefon und dem PC, eine komplette Büroeinrichtung dar.
Wir werden noch sehen, dass es Probleme geben kann, wenn man solche Kombi-Geräte an einer ISDN-Tk-Anlage betreibt. Nicht zuletzt deshalb habe ich sie hier auch beschrieben.
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