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Einfache TAE-Anlagen

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In vorherigen Abschnitten habe ich anhand von Beispielen schon gezeigt, wie man mehrere Geräte an das Telefonnetz anschließen kann. Hier soll dieses Thema nun noch vertieft werden. Für die Umrüstung auf ISDN kann dies deshalb nützlich sein, weil evtl. die bereits vorhanden Leitung für ISDN verwendet werden können.

In der Regel wird man in einem Haushalt einen Telefonanschluss haben. Wie haben schon gesehen, dass, wenn man TAE-Dosen in Reihe schaltet und man am Anfang dieser Reihe ein Telefon einsteckt, dann die TAE-Dosen dahinter „tot“ sind. Normalerweise will man jedoch an einem Anschluss alle Endgeräte so betreiben, dass man sie nicht vor dem Gebrauch zuerst irgendwo an eine TAE-Dose anschließen muss. Es sollen also einfach alle Geräte angeschlossen sein und auch funktionieren. Schauen wir uns zunächst die Installationspläne an, bei denen nur ein Telefon vorgesehen ist.


Mehrere Endgeräte, jedoch nur ein Telefon

Wenn mehrere Endgeräte an TAE-Dosen angeschlossen sind, muss das Telefon am Schluss der Reihe eingesteckt werden. Der Grund dafür wurde schon genannt. Geräte mit N-kodiertem Anschluss führen La und Lb wieder zu den Kontakten 5 und 6 der TAE-Dose zurück. In der Dose werden La und Lb dann an die Kontakte 1 und 2 des nächsten Anschlusses weitergeführt. Bei Telefonen ist dies nicht der Fall, von ihnen werden La und Lb nicht wieder zurückgeführt. Man kann also beliebig viele N-kodierte Geräte an einem Telefonanschluss anschließen, jedoch nur ein Telefon und dieses am Ende der Reihe. Nach dem Telefon sind die noch folgenden Dosen „tot“.

In Abbildung 5.39 wird dargestellt, wie man mehrere Endgeräte an einer TAE-Dose anschließen kann.


Bild:ISDN ZITT 05 39.gif

Abbildung 5.39: Modem, Anrufbeantworter und Telefon an einer TAE-NFN-Dose

Es ist nicht nötig, dass alle Geräte an einer TAE-Dose angeschlossen werden. In Abbildung 5.40 wird gezeigt, wie man die Geräte an mehreren TAE-Dosen, die in Reihe geschaltet sind, anschließen kann.


Bild:ISDN ZITT 05 40.gif

Abbildung 5.40: Mehrere Geräte an verschiedenen TAE-Dosen


Anmerkung zu Abbildung 5.40: In der Zeichnung sieht es so aus, als wäre hier der Anrufbeantworter das letzte Glied in der Reihe. In dem Fall würde dieser nicht funktionieren, weil nach dem Telefon ja bekanntlich alle TAE-Steckplätze „tot“ sind. Wenn Sie sich jedoch die interne Beschaltung einer NFN-Dose anschauen (Abbildung 5.7), werden Sie feststellen, dass der Anrufbeantworter dem Telefon vorgeschaltet ist.

Nun, bis hier hin gibt es nichts interessantes. Schauen wir uns also an, wie man mehrere Telefone an einem Anschluss betreiben kann.

Anschluss von mehreren Telefonen

Wenn man mehrere Telefone an einem Anschluss betreibt, darf immer nur ein Telefon zur gleichen Zeit am Netz sein. Alles andere wäre ein Verstoß gegen das Fernsprechgeheimnis, denn es könnte jemand unbemerkt ein Gespräch belauschen. Für den ordentlichen Betrieb von mehreren Telefonen bei einem Anschluss benötigt man deshalb einen automatischen Umschalter oder eine Telefonanlage. Mehr dazu in den Abschnitten 5.5 bis 5.7.

Die einfachste Möglichkeit mehrere Telefone ohne zusätzliche Geräte so anzuschließen, dass alle funktionieren, ist auch zugleich eine illegale Methode. Die Telefone werden einfach parallel geschaltet (Abbildung 5.41).


Bild:ISDN ZITT 05 41.gif

Abbildung 5.41: Telefone parallel geschaltet

Telefone, sie so angeschlossen sind, klingeln alle, wenn ein Ruf eingeht und man kann das Gespräch an jedem Apparat annehmen. Während eines externen Gesprächs kann ein Dritter den Hörer eines anderen Telefons abnehmen und kann sich in einer Art Konferenz an dem Telefonat beteiligen. Nochmals aber der Hinweis, dass man bei einer solchen Parallelschaltung unbemerkt belauscht werden kann.

In Abbildung 5.42 wird gezeigt, wie man zwei Telefone parallel an einer TAE-NFF-Dose betreiben kann. Dazu werden die Klemmen 1 und 2 der unteren Leiste einfach mit den gleichnamigen Klemmen der oberen Leiste verbunden. Man kann diese Möglichkeit zum Beispiel nutzen, um ein Funktelefon und ein „normales“ Telefon zu betreiben. Der Übersicht halber wurde die Basisstation des Funktelefons (an der natürlich die Anschlussleitung endet) hier weggelassen.

Wie bereits erwähnt, gibt es auch NFF-Dosen für einen Telefonanschluss. Bei dieser Dosenart sind die beiden F-kodierten Anschlussbuchsen intern einfach parallel geschaltet. Die interne Beschaltung einer solchen NFF-Dose entspricht also der in Abbildung 5.42 gezeigten Verdrahtung, wobei die untere Klemmleiste einfach weggelassen wurde.

Bild:ISDN ZITT 05 42.gif

Abbildung 5.42: Zwei Telefone an einer NFF-Dose parallel

In vielen Haushalten werden Telefone im Do it yourself-Verfahren auf diese Weise angeschlossen und natürlich funktioniert es auch, vorausgesetzt, es werden nicht zu viele Telefone parallel geschaltet. Ich weise nochmals darauf hin, dass dies nicht den Bestimmungen entspricht.

Wenn man schon so etwas macht, wie Telefone parallel schalten, dann sollte man es nicht übertreiben und sollte bedenken, dass es dabei zu Störungen kommen kann. Bei zu vielen parallel geschalteten Telefonen kann es sein, dass die Telefone nicht mehr läuten, wenn ein Ruf eingeht. Der Rufstrom des Telefonnetzes ist nämlich begrenzt und reicht nicht für beliebig viele Wecker aus. Die Techniker bei Telekom sind ja nicht auf den Kopf gefallen, die wissen auch, dass in vielen Haushalten Telefone parallel geschaltet sind. So lange aber alles funktioniert und man die Sache nicht übertreibt, wird dies stillschweigend geduldet.

Zwei analoge Telefonanschlüsse

Bis zum 31. Dezember 1995 gab es einen Sondertarif für einen zweiten analogen Telefonanschluss. Dieser kostete, in Bezug auf den monatlichen Grundpreis, nur etwa die Hälfte des Erstanschlusses. Bei Kleinbetrieben oder auch bei Privatpersonen mit Faxanschluss war ein solcher kostengünstiger Doppelanschluss häufig vorzufinden. Man hatte zwei Nummern, z.B. eine für das Telefon und die andere für ein Faxgerät. Wenn man relativ wenig Faxe bekam, nutzte man zum „Raustelefonieren“ den Anschluss des Faxgeräts. Dies hatte zum Vorteil, dass die normale Telefonnummer in dieser Zeit nicht besetzt war.

Seit dem 1. Januar 1996 gibt es den verbilligten Tarif für den Zweitanschluss nicht mehr und seit dem 1. Juli 1996 ist ein Doppelanschluss vom Grundpreis her teuerer als ein ISDN-Anschluss, bei dem man drei Nummern hat. Aus diesem Grund sind zwei analoge Telefonanschlüsse nicht mehr zeitgemäß.


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Mit Genehmigung von Dr.-Ing. Hubert Zitt und Pearson Education Deutschland GmbH.
Copyright © by Markt+Technik Verlag, ein Imprint der Pearson Education Deutschland GmbH
ISDN und DSL für PC und Telefon - ISBN 3-8272-6630-0

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