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TAE-Anschlussdosen und Installationstechnik

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In diesem Abschnitt möchte ich die wichtigsten TAE-Dosen und deren Innenleben zeigen. Alle Typen von TAE-Dosen gibt es als Aufputz- und als Unterputzdosen. Diese unterscheiden sich jedoch nicht im Hinblick auf deren Funktionalität.

Inhaltsverzeichnis

Kodierungen bei TAE-Dosen

Für die verschiedenen Endgeräte (Telefon, Anrufbeantworter, Einheitenzähler, Faxgerät, Modem usw.) gibt es unterschiedliche Kodierungen für die Anschlussbuchsen an den Dosen und somit auch für die Stecker:

Handelsübliche TAE-Dosen gibt es, nach meinem Kenntnisstand, nur mit den Kodierungen F und N. Anschlussbuchsen mit U-Kodierung findet man z.B. an automatischen Umschaltern oder an Analog-Adaptern. (Mit einem Analog-Adapter können analoge Endgeräte am ISDN-Anschluss betrieben werden. Mehr dazu in Teil II des Buches.) In Abbildung 5.1 werden eine TAE-F-Dose und eine TAE-N-Dose gezeigt.


Bild:ISDN_ZITT_05_01.gif

Abbildung 5.1: TAE-F-Dose und TAE-N-Dose


Die Kodierungen N, F oder U stehen in der Regel an jeder Anschlussbuchse dran. Man erkennt die Kodierung außerdem an einer Nut. Bei F-kodierten Anschlussbuchsen befindet sich die Nut unten, bei N-kodierten in der Mitte. Eine U-kodierte Anschlussbuchse besitzt sowohl unten als auch in der Mitte eine Nut (Abbildung 5.2).


Bild:ISDN_ZITT_05_02.gif

Abbildung 5.2: Unterschiedliche TAE-Anschlussbuchsen


Zum besseren merken: F für Fuß (unten), N für Nabel (Mitte)

Auf die U-kodierte Anschlussbuchse werde ich in diesem Kapitel nicht näher eingehen. Sie wird in der analogen Telefontechnik selten verwendet. Ich habe die Kodierung hier erwähnt, weil im zweiten Teil des Buches Geräte mit U-kodierten Anschlussbuchsen vorgestellt werden, z.B. in Kapitel 13.

Wenn die Anschlüsse an den TAE-Dosen unterschiedliche Kodierungen haben, ist es naheliegend, dass dies bei den Steckern der Endgeräte auch so ist. Ein Stecker eines Faxgeräts oder eines Anrufbeantworters passt nicht in einen F-Anschluss und der Stecker eines Telefons entsprechend nicht in einen N-Anschluss. Die Anwendung von Gewalt wird bei dieser Behauptung ausgeschlossen! An einem Steckern befindet sich entsprechend entweder in der Mitte oder unten eine „Nase“.

Ich habe auch schon Stecker ohne Nase gesehen. Diese passen dann sowohl in N-kodierte, als auch in F-kodierte Anschlussbuchsen.

Klemmenbezeichnungen und Dosenschaltung

Eine TAE-Dose hat, wie wir im Kapitel 4 schon gesehen haben, sechs Anschlussklemmen. Zunächst sollen alle Signal- bzw. Klemmenbezeichnungen erläutert werden. La und Lb haben wir schon kennengelernt. Sie bezeichnen die beiden Zuleitungen vom Amt bzw. der Vermittlungsstelle und liegen auf den Klemmen 1 und 2.

Auf Klemme 3 liegt das W-Signal. W steht für Wecker und bedeutet, dass man an diese Klemme einen zusätzlichen Wecker, also eine externe Klingel anschließen kann. Außerdem wurde das W-Signal früher zur Steuerung von automatischen Wechselanschlussdosen (AWADo) benutzt. Auf AWADos möchte ich in diesem Buch jedoch nicht näher eingehen und verweise den Leser bei Interesse auf meine Internetseiten.

Auf Klemme 4 schließlich liegt E für Erde. Dieses Signal wurde früher bei Telefonanlagen (Nebenstellenanlagen) benutzt um die Nebenstelle auf das Amt zu schalten. Mehr dazu im Abschnitt 5.7.

An den Klemmen 5 und 6 liegen die Signale von den Klemmen 2 und 1 und zwar nur dann, wenn kein Stecker in der Dose steckt. Die Signale heißen hier b2 und a2 und werden benutzt um eine weitere TAE-Dose anzuschließen. Hierauf werde ich später noch näher eingehen.

In Tabelle 5.1 werden alle Signale nochmals in einer Übersicht gezeigt.

Klemme  Signal Bedeutung  Funktion 	 
1       La     a-Ader     Amtsleitung 	 
2       Lb     b-Ader     Amtsleitung 	 
3       W      Wecker     für zusätzlichen Wecker oder AWADo 	 
4       E      Erde       für Steuersignale, z.B. Telefonanlage 	 
5       b2     b-Ader     zur Weiterführung von Lb zur nächsten Dose 	 
6       a2     a-Ader     zur Weiterführung von La zur nächsten Dose 	 

Tabelle 5.1: Klemmenbezeichnungen an TAE-Dosen

TAE-F-Dose

Die Adern La und Lb werden, wie man in Abbildung 5.3 sehen kann, auf zwei sog. Öffner gelegt. Ein Öffner ist ein Taster der im Ruhezustand geschlossen ist. Wenn kein Telefon an der Dose angeschlossen ist, also kein Stecker in der Dose steckt, werden La und Lb auf die Klemmen 6 und 5 durchgeschleift. Dort haben sie die Bezeichnungen a2 und b2. Schließt man nun ein Telefon an die Dose an, dann werden die beiden Signale auf das Telefon geschaltet und a2 sowie b2 sind „tot“.


Bild:ISDN ZITT 05 03.gif

Abbildung 5.3: TAE-F-Dose mit Dosenschaltung

TAE-N-Dose

Die Dosenschaltungen von TAE-F-Dosen und TAE-N-Dosen sind identisch. Die Dosen unterscheiden sich nur in der Anschlusskodierung.


Bild:ISDN ZITT 05 04.gif

Abbildung 5.4: TAE-N-Dose mit Dosenschaltung

Will man z.B. einen Anrufbeantworter und ein Telefon anschließen, so benötigt man einen N-kodierten Anschluss für den Anrufbeantworter und einen F-kodierten für das Telefon. Eine entsprechende Schaltung mit zwei Dosen wird in Abbildung 5.5 gezeigt.


Bild:ISDN ZITT 05 05.gif

Abbildung 5.5: TAE-N-Dose und TAE-F-Dose hintereinandergeschaltet

Da man diese oder ähnliche Konstellationen relativ oft benötigt, gibt es Dosen, an die man mehrere Endgeräte anschließen kann. Die Beschaltung der Dosen intern ist vergleichbar mit der Installation von mehreren TAE-Dosen hintereinander.

TAE-NF-Dose

Die TAE-NF-Dose ist geeignet um z.B. einen Anrufbeantworter und ein Telefon oder ein Faxgerät und ein Telefon anzuschließen. Man erkennt aus der Dosenschaltung, dass das N-kodierte Gerät dem Telefon vorgeschaltet ist. Sobald man also ein N-kodiertes Geräte in die Dose steckt, werden La und Lb in der Dose nicht mehr an den F-kodierten Anschluss durchgeschleift. Auf die Frage, warum trotzdem beide angeschlossenen Geräte funktionieren, werde ich im Abschnitt 5.3.3 eingehen.


Bild:ISDN ZITT 05 06.gif

Abbildung 5.6: TAE-NF-Dose mit Dosenschaltung

Die NF-Dose wird relativ selten installiert, verbreiteter sind NFN-Dosen.

TAE-NFN-Dose

An eine NFN-Dose können zwei Nicht-Telefone und ein Telefon angeschlossen werden. Dies könnten z.B. sein: Ein Faxgerät, ein Modem und ein Telefon oder ein Faxgerät, ein Anrufbeantworter und ein Telefon. Natürlich kann man einen oder auch zwei Anschlüsse frei lassen und in Reserve halten.

Bild:ISDN ZITT 05 07.gif

Abbildung 5.7: TAE-NFN-Dose mit Dosenschaltung

Auch hier sind die N-kodierten Geräte dem Telefon vorgeschaltet. Eine NFN-Dose unterscheidet sich vom Preis her kaum von einer einfachen F-Dose. Wenn man also einen Anschluss für ein Telefon plant, ist es sinnvoll, eine solche NFN-Dose zu installieren, auch wenn man zur Zeit die N-Anschlüsse nicht benötigt. Die Erfahrung zeigt, dass man irgendwann froh sein wird über die zusätzlichen Anschlussbuchsen.

TAE-NFF-Dose

Als letztes möchte ich noch eine Dose zum Anschluss von zwei Telefonen vorstellen:

Die NFF-Dose unterscheidet sich von den bisher besprochenen Dosen in einigen Dingen. Bei der NFF-Dose gibt es zwei Klemmleisten. Eine solche Dose kann man als Zusammenfassung einer NF-Dose und einer F-Dose ansehen. Die NFF-Dose findet dann Einsatz, wenn man zwei Telefone örtlich nicht weit voneinander getrennt anschließen will, zum Beispiel in einem Büro mit zwei Schreibtischen.


Bild:ISDN ZITT 05 08.gif

Abbildung 5.8: TAE-NFF-Dose mit Dosenschaltung

Der Vollständigkeit halber sei hier erwähnt, dass es auch NFF-Dosen mit einer Klemmleiste gibt. Bei dieser Variante sind die beiden F-Anschlüsse einfach parallel geschaltet. Dies ist zwar nicht im Sinne des Erfinders, aber es ist eine Möglichkeit, zwei Telefone am gleichen Anschluss zu betreiben.

Installation von TAE-Dosen

Wenn man eine zusätzliche TAE-Dose ordnungsgemäß installieren will, wird diese mit der schon installierten Dose in Reihe geschaltet. Dabei wird eine Doppelader von den Klemmen 5 und 6 der ersten Dose zu den Klemmen 1 und 2 der zweiten Dose gelegt (Abbildung 5.9).


Bild:ISDN ZITT 05 09.gif
Abbildung 5.9: Installation einer zusätzlichen TAE-Dose


Eine solche Schaltung ist dann sinnvoll, wenn die von der Telekom installierte TAE-Dose (in der Regel mit PPA) nicht dort sitzt, wo man sie haben will, oder wenn man gerne zwei Anschlüsse hätte. An der zweiten TAE-Dose (also in Abbildung 5.9 die rechte) und an jeder weiteren TAE-Dose wird kein PPA mehr installiert. Ein PPA wird nur in der ersten TAE-Dose eingebaut (vgl. Kapitel 4). Die schon gezeigte Reihe von TAE-Dosen kann man mit beliebig vielen und mit beliebigen Arten von TAE-Dosen fortsetzen (Abbildung 5.10).


Bild:ISDN ZITT 05 10.gif


Abbildung 5.10: Installation von mehreren TAE-Dosen


Die Schaltung entspricht streng der Vorschrift, hat jedoch einen kleinen Nachteil, der allerdings auch beabsichtigt ist und welcher auch aus den Dosenschaltungen hervorgeht. Schließt man nämlich ein Telefon an einer Dose an, dann werden La und Lb auf das Telefon geleitet und die Klemmen 5 und 6 liegen „brach“. Dies bedeutet, dass alle TAE-Dosen hinter derjenigen, in der ein Telefon steckt, „tot“ sind, dass man dort also keinen Wählton (kein Amt) bekommt. Die Amtsleitung hat man also nur auf dem Telefon, welches als erstes in der Reihe der TAE-Dosen steckt, in Abbildung 5.10 also am Telefon 1. Zieht man Telefon 1 heraus, kann man von Telefon 2 aus telefonieren. Steckt man Telefon 1 wieder rein, während auf Telefon 2 gesprochen wird, so hat man dem Teilnehmer am Telefon 2 das Gespräch sozusagen abgenommen, vorausgesetzt, man hat beim Einstecken nicht den Hörer aufliegen. Dies würde natürlich zum Beenden der Verbindung führen. Fazit: Man kann immer nur auf einem Telefon zur gleichen Zeit telefonieren. Dadurch wird verhindert, dass man ein Telefongespräch belauschen kann. Keine Panik! Natürlich werde ich noch erklären, wie man mehrere Telefone gleichzeitig betreiben kann. Hierzu fehlen jedoch noch ein paar Kenntnisse bezüglich der Endgeräte und der Anschlussleitungen. Bevor wir darauf eingehen, schauen wir uns noch ein weiteres Beispiel einer Installation mit mehreren TAE-Dosen an (Abbildung 5.11).


Bild:ISDN ZITT 05 11.gif


Abbildung 5.11: Weiteres Beispiel für die Installation von mehreren TAE-Dosen

In diesem Beispiel gehen wird davon aus, dass man aus architektonischen Gründen die Telefonleitungen in einer Verteilerdose verklemmen muss. Wenn es sich vermeiden lässt, sollte man Telefonleitungen und Stromleitungen (230 V) übrigens nicht direkt nebeneinander verlegen; es kann dabei zu Störungen kommen. Ein minimaler Abstand von einem Zentimeter sollte eingehalten werden. Dies gilt um so mehr, wenn es sich um eine Telefonleitung eines ISDN-Anschlusses handelt.

An dem Beispiel aus Abbildung 5.11 erkennt man, dass es sinnvoll ist, Telefonleitungen mindestens vieradrig herzustellen. Zu der Dose rechts unten muss nämlich von der Verteilerdose aus eine vieradrige Leitung verlegt werden. In Tabelle 5.2 ist zusammengestellt, welche Adern einer vieradrigen Telefonleitung für die einzelnen Klemmen vorgesehen sind.


Klemme  Signal   Telekom-Leitung   Siemens-Leitung 	 
1       La       ohne Ring         rot 	 
2       Lb       ein Ring          schwarz 	 
5       b2       zwei Ringe, eng   gelb 	 
6       a2       zwei Ringe, weit  weiß 	 

Tabelle 5.2: Verwendung von vieradrigen Telefonleitungen bei TAE-Anlagen

Hier sei nochmals darauf hingewiesen, dass man die Installationen von Telefonleitungen so vornehmen sollte, dass im Nachhinein niemand feststellen kann, ob die Leitungen von Fachpersonal verlegt wurden oder nicht. Dazu zählt auch, dass man auf die Ring- oder Farbkodierungen der Adern beim Verklemmen der Telefonleitungen achten sollte. Es gibt aber noch einen weiteren und wichtigeren Grund warum man die vorgesehen Adern für die entsprechenden Signale verwenden sollte. Die Ader ohne Ring und die mit einem Ring sind miteinander verdrillt. Das Gleiche gilt für das andere Adernpaar. Diese Verdrillung verhindert Störungen. Wie und ob sich Störungen auswirken, wenn man nicht die zusammengehörenden, also die verdrillten Adernpaare benutzt, hängt unter anderem von der Länge der Telefonleitung ab, und davon, ob eine Stromleitung in unmittelbarer Nähe der Telefonleitung verlegt ist. Bei einem ISDN-Anschluss ist sogar unbedingt darauf zu achten, dass man stets die verdrillten Adernpaare benutzt.


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Mit Genehmigung von Dr.-Ing. Hubert Zitt und Pearson Education Deutschland GmbH.
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ISDN und DSL für PC und Telefon - ISBN 3-8272-6630-0

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